Hausbesuche

Selbstständigkeit stärken, Ressourcen aktivieren, Lebensqualität erhalten.

Wer möchte nicht gern selbstbestimmt im eigenen Zuhause wohnen bleiben, auch wenn gesundheitliche Einschränkungen es zunehmend erschweren?

Meist wird es um den siebzigsten Geburtstag spürbar: Treppen steigen, der Haushalt, die Gartenarbeit fallen deutlich schwerer. Einmal gestürzt, traut man sich kaum noch aus dem Haus. Und dann erscheint nach einem Krankenhausaufenthalt nur noch ein Pflegeheim als Ausweg.

Das selbständige Wohnen im Alter so lange wie möglich zu erhalten, eingebunden in Nachbarschaft und Wohngebiet, hat sich der Verein „Gemeinsam-statt-einsam e.V.“ zum Ziel gesetzt. Dazu wurde das Projekt „Präventive Hausbesuche“ ins Leben gerufen; zunächst begrenzt auf den Stadtteil Gohlis. Das Projekt förderte im Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2021die Deutschen Fernsehlotterie. Bei den Besuchen geht es um bedarfsgerechte Beratung zu Sturzprävention, Wohnraumanpassungen und notwendige Hilfeleistungen. Mit einem persönlichen Gespräch vor Ort lässt sich Vertrauen besser aufbauen. Durch die Besuche werden auch zurückgezogene Menschen erreicht, die sonst nicht mehr aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. So kann auch der Vereinsamung im Alter begegnet werden.

Um soziale Kontakte zu pflegen, können die verschiedenen Angebote der Begegnungsstätte der WOGETRA in der Landsberger Straße wahrgenommen werden. Dorthin sind alle Senioren im Stadtteil Gohlis herzlich eingeladen. Hier kann man sich auch ehrenamtlich engagieren und die Begegnungsstätte sowie das Projekt unterstützen.

Das Projekt möchte die gegenseitige Nachbarschaftshilfe fördern. Bei Menschen mit Hilfebedarf soll der Beratungsprozess bis zu einem erfolgreichen Abschluss begleitet werden. Dazu werden nicht nur Informationen an die entsprechenden Stellen weitergegeben, sondern auch die passenden Kontakte hergestellt und alles Nötige organisiert, damit besonders einsame Menschen in ihrer häuslichen Umgebung besser klar kommen können. In Einzelfällen sind auch verschiedene Partner zu koordinieren, um effiziente Lösungen zu finden. Nach den bisherigen Erfahrungen gibt es auf die Besuche eine positive Resonanz. Die ersten Ergebnisse, zum Beispiel die Anbringung eines Geländers am Hauseingang oder die Unterstützung bei Sozialkontakten zeigen, dass ein Bedarf besteht, der durch das Projekt erfolgreich geklärt werden kann.

Bisherige Ergebnisse

Im Projektzeitraum sind bei 294 Personen besucht worden. Dabei fanden insgesamt 324 Hausbesuche statt. Die Besuchten hatten ein Durchschnittsalter von 83 Jahren. Bei 222 Besuchten bestand ein Beratungs- bzw. Handlungsbedarf. Bei 39 Personen wurde ein umfängliches Fallmanagement in einer prozessorientierte Beratungsarbeit organisiert, um deutlich gewordene Probleme gemeinsam zu lösen. Im Einzelfall wurde die Zusammenarbeit mit entsprechenden Dienstleistern, sozialen Einrichtungen und Kooperationspartnern eingeleitet, sofern sich dies als notwendig gezeigt hat.

Bei der Auswertung und weiteren Bearbeitung der einzelnen Anliegen hat sich der im Vorfeld erarbeitete Fragebogen als hilfreich und sinnvoll erwiesen. Dabei wurde er als Leitfaden genutzt und gab Aufschluss über Korrelationen, die für die Fallbearbeitung nützlich waren.

Résumé und Nachhaltigkeit

Im Wohngebiet hat das Projekt Beachtung erfahren und Anklang gefunden. So kann künftig auf die in dieser Zeit gewachsenen Strukturen zurückgegriffen und die entstandene Zusammenarbeit fortgesetzt werden. Der Verein ist mit der Stadt Leipzig im Gespräch, wie die Erfolge des Projektes zukünftig im Stadtteil weiter verstetigt werden können.

Bemerkenswert ist, dass inspiriert durch dieses Projekt die Stadt Leipzig selbst in diesem Jahr in zwei anderen Leipziger Stadtteilen ein Projekt: „Präventive Hausbesuche“ begonnen hat. Der Verein „Gemeinsam statt einsam e.V.“ hat beratend an der Ausarbeitung mitgewirkt und seine Erfahrungen aus diesem Projekt eingebracht. So ist eine Verstetigung des Projektes über das Wohngebiet hinaus möglich geworden. Zu diesem außerordentlichen Erfolg hat unser Projekt „Implementierung eines ganzheitlichen Besuchs- und Beratungskonzeptes „Präventive Hausbesuche“ in Leipzig – Gohlis, gegen Vereinsamung und für ein selbstständiges Wohnen im Alter“ beigetragen.

Interessierte aus dem Stadtteil Gohlis dürfen uns gern kontaktieren: Telefon 01573 2902579 oder per Email: kapinos@gemeinsam-statt-einsam-leipzig.de.